Die F-Gase Verordnung für Kältemittel

Kurzinformation zur Revision der F-Gase-Verordnung:

 

 

Der GWP Wert

Die Europäische Union fordert bis 2030 eine deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Zudem ist es unter anderem Ziel, den Energieverbrauch zu reduzieren und den Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen. Durch den Einsatz von natürlichen Kältemitteln können direkte Treibhausgasemissionen vermieden werden.

Kältemittel werden daher nach dem sogenannten Global Warming Potential (GWP)-Wert kategorisiert. Der GWP beschreibt das Treibhauspotenzial eines Stoffes

Zur Erklärung:

Der GWP für CO2 beträgt 1, der für das Kältemittel R404A jedoch 3920. Das bedeutet, dass 1 kg R404A 3920-mal stärker zum Treibhauseffekt beiträgt als 1 kg CO2.

 

Kältemittel    GWP-Wert

R744(CO2)           1

R32                     675

R134a               1430

R407C               1744

R404A              3920

R410A              2088

 

 

Die Tabelle zeigt das Global  Warming Potential (GWP)-Werte von CO2 und gängiger synthetischer Kältemittel

 

Die F-Gase Verordnung

Die Europäische Union hat die aus dem Jahr 2006 stammende F-Gase- Verordnung verschärft und Anfang 2015 als Neufassung in Kraft gesetzt.

Die neue EU F-Gase Verordnung 517/2014 ändert und erweitert die ursprüngliche Verordnung um folgende Hauptpunkte:

-Neue Bestimmungen für Dichtheitsanforderungen an Kälteanlagen

-Neue Bestimmungen bei Wartungs- und Service Arbeiten

-Verbote und Regularien für neue Anlagen mit einem Kältemittel dessen GWP Wert > 2500 beträgt

 

Dichtheitsanforderungen an Kälteanlagen

Betreiber müssen laut F-Gase Verordnung ihre Anlagen regelmäßig warten und auf Dichtheit überprüfen lassen. Die Dichtheitsprüfung darf nur durch sachkundige Personen erfolgen.

Ab 2017 ist es allgemein Vorschrift, dass Kälteanlagen eine Kennzeichnung zum CO2 Äquivalent des eingefüllten Kältemittels bekommen. Diese Angabe richtet sich nach der Füllmenge und dem GWP Wert des Kältemittels.

 

Beispiel zur Bestimmung des CO2-Äquivalent von einer Kälteanlage mit dem Kältemittel R 404A und einer Füllmenge von 5 kg:

CO2-Äquivalent = GWP∙Anlagenfüllmenge [kg]

CO2-ÄquivalentR404A= 3920 ∙5 kg

CO2-ÄquivalentR404A= 19600 kg CO2-Äquivalent

Das entspricht 19,6 t CO2-Äquivalent

 

Chlorierte Kohlenwasserstoffe (HFCKW und FCKW) dürfen im Gegensatz zu fluorierten Kohlenwasserstoffen (FKW und HFKW) in Neuanlagen nicht mehr eingesetzt werden, da diese für den Ozon- Abbau verantwortlich sind. FKW‘s besitzen kein Ozonabbaupotential, HFKW’s ein geringes Ozonabbaupotential, dafür aber ein zum Teil erhebliches Treibhauspotenzial (GWP). Zum Schutz der Umwelt sind regelmäßige Dichtheitsprüfungen vorgeschrieben.

 

Aufgrund dessen gibt es für diese Kältemittel gesetzlich vorgeschriebene Anforderungen zu Dichtheitsprüfungen.

 

Bei Anlagen mit 5t bis < 50 t CO2- Äquivalent ist eine Dichtheitsprüfung alle 12 Monate, mit Leckage-Erkennungssystem (kurz: LES) alle 24 Monate notwendig.

 

Bei Anlagen mit 50t bis < 500t CO2- Äquivalent ist eine Dichtheitsprüfung alle 6 Monate, mit LES alle 12 Monate notwendig.

 

Bei Anlagen ab 500t CO2- Äquivalent ist eine Dichtheitsprüfung alle 3 Monate, mit LES alle 6 Monate notwendig.

Die Dichtheitsanforderung von Kälteanlagen richtet sich demnach nach der Anlagenfüllmenge und der Art des Kältemittels, mit dem die Anlage betrieben wird. Ein LES warnt automatisch den Betreiber oder die sachkundige Firma, wenn eine Undichtigkeit an der Anlage auftritt. Es besteht aus Gaswarnsensoren die im Maschinenraum unterhalb der Kälteanlage und im Bereich der kältemittelführenden Rohrleitung aufgestellt sind. Die Sensoren messen die Kältemittelkonzentration in der Luft und melden bei Grenzwertüberschreitung einen Alarm. Dieser kann dann z.B. bei der Gebäudeleittechnik aufgeschaltet werden. Für den Betreuer der Kälteanlage besteht zudem eine Dokumentationspflicht. Jeder Service-Einsatz an der Anlage muss in einem Logbuch erfasst werden.

 

Verbote von F-Gasen für Wartung, Service und Neuinstallationen

Im Bereich stationärer Neuanlagen wird ab 2020 der Einsatz von Kältemitteln mit GWP > 2500 verboten sein. Dies gilt ebenfalls für die Wartung von Anlagen mit einer HFKW Füllmenge > 40 t CO2-Äquivalent.

In Bestandsanlagen darf Recycling-Kältemittel mit GWP > 2500 unter bestimmten Voraussetzungen noch bis 2030 eingesetzt werden.

Ab dem 01.01.2030 gilt ein generelles Verbot für die Verwendung von Kältemitteln mit einem GWP>2500.

Jedoch gibt es Ausnahmen bei folgenden Anlagentypen:

 

- Anlagen mit Füllmengen < 40 t CO2-Äquivalent

- Tiefkühl- Anwendungen mit Raumtemperaturen unter -50 °C

- Militärische Kälteanlagen

 

Verbundanlagen mit mehr als einem Verdichter und mehr als einem Verdampfer bei einer Kälteleistung > 40kW und einem GWP von > 150 sind noch bis  zum 01.01.2022 zulässig.

Ausgenommen ist die obere Stufe von Kaskaden (mit Sekundärkreislauf für Normalkühlung), bei denen Kältemittel bis GWP 1500 erlaubt sind, z.B. R134a. Eine wichtige Voraussetzung hierbei ist, dass das Kältemittel mit dem höheren GWP nicht direkt zu den Kühlstellen gelangt. Die Kühlung kann hierbei nur indirekt erfolgen.



 © Quelle:  Masterarbeit von Thomas Frisch

Zurück

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
OK